{"id":251,"date":"2013-09-07T17:39:54","date_gmt":"2013-09-07T15:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michi-endemann.at\/mep\/?p=251"},"modified":"2013-09-07T17:39:54","modified_gmt":"2013-09-07T15:39:54","slug":"kur-entemanierungsgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michi-endemann.at\/blog\/2013\/09\/07\/kur-entemanierungsgeschichten\/","title":{"rendered":"Kur-entemanierungsgeschichten"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist der erste Bericht \u00fcber meine Kur im Juni 2013 in Bad Hofgastein. So viele Geschichten, die in diesen drei Wochen so herumgelegen sind und erst noch das digitale Licht im Blogpost erblicken wollen m\u00fcssen erst geschrieben werden. <\/p>\n<p>Meine beruflichen Social Networks habe ich in dieser Zeit ausgesetzt &#8211; muss auch sein, aber einige private Kontakt habe ich trotzdem gehalten. Dazu gibts ja @Murmelmi auf Twitter Das ist jedenfalls zeitunabh\u00e4ngig und eignet sich dank der Schnelle f\u00fcr spontane Aufzeichnungen der vielen Beobachtungen. Klar ein Notizbuch war auch mit dabei, f\u00fcrs ausf\u00fchrliche schreiben. <\/p>\n<p>Los gehts also mit dem ersten Tweet: 9. Juni 2013 @Murmelmi: Eingecheckt im Kurbetrieb &#8230;.. <\/p>\n<p>Um die Enten, die auf vielen Fotos vorkommen werden zu erkl\u00e4ren gibts diese erste Geschichte.<\/p>\n<p>Mein Kurplan<\/p>\n<p>Mein Kurplan<\/p>\n<p>Begonnen hat alles mit dem Vortrag vom \u00e4rztlichen Leiter des Kur- und Rehabilitationszentrums\/Alpentherme Bad Hofgastein, Dr. Wolfgang Foisner, der uns Zuh\u00f6rern eines Abends die Geschichte und andere Kurgeschichten des Ortes sehr anschaulich n\u00e4her brachte.Die Entdeckung des Gasteiner Heilstollen, Radon in der medizinischen Anwendung inklusiver einiger Forschungsergebnisse des Forschungsinstitutes Gastein der Paracelsus Medizinische Privatuniversit\u00e4t. Die Therme im Ort enth\u00e4lt entradonisiertes Wasser und ja, es g\u00e4be einen Unterschied den man merken k\u00f6nne, aber er verrate ihn nicht. Das h\u00e4tte er besser nicht sagen sollen, denn mein Tischnachbar und ich waren nat\u00fcrlich sofort daran diesen Unterschied ausfindig zu machen. Vorerst mal theoretisch. Aber der Reihe nach.<\/p>\n<p>Was ist Radon \u00fcberhaupt?<br \/>\nRadon ist ein Edelgas, &#8222;Rn&#8220; abgek\u00fcrzt mit der Ordnungsnummer 86. Es ist das dichteste elementare Gas das es gibt und etwa sieben mal schwerer als Luft. Unter Normalbedingungen ist Radongas farblos, geruchlos und geschmacklos. Radon ist im Gestein gebunden und entsteht durch den Zerfall von Uran und Thorium. Da die Schwermetalle Uran und Thorium Bestandteil aller Erdgesteine ist kommt Radon so gut wie \u00fcberall vor, jedoch in unterschiedlichen und meist geringsten Konzentrationen. In der Luft findet sich etwa nur ein Radonatom auf 1021 Molek\u00fcle und ist damit der seltenste Bestandteil der Luft. In Bad Gastein kommt es gel\u00f6st in Wasser aus mehreren Quellen. Eine \u00dcbersicht (und noch ganz viel mehr \u00fcber die Gegend) findet sich auf der privaten Seite von Anton Ernst Lafenthaler<\/p>\n<p>Was kann Radon als Therapieanwendung im K\u00f6rper bewirken?<br \/>\nViele Mythen ranken sich um Radon, aber auch von Gefahren ist immer wieder einmal zu h\u00f6ren. Der mediale Hype um die Gef\u00e4hrlichkeit von Radon (vorwiegend in Deutschland) scheint jedoch schon zu verklingen. Um es gleich vorweg zu nehmen, man wird nicht verstrahlt bei einer Radontherapie. Das Radon ist nach ca drei Stunden fast komplett wieder aus dem K\u00f6rper draussen, nat\u00fcrlicher Zerfall.<\/p>\n<p>Wissenschaftliche Studien sind jedoch trotzdem immer so eine Sache, gerade wenn es um Wirkungen wie &#8222;es geht mir jetzt besser&#8220; geht, die nicht wirklich quantifizierbar sind. Diese und andere Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Untersuchung zeigt auch eine Metastudie, dh ein Vergleich mehrere Studien wie z.B. Falkenbach, A. (Rheumatol Int (2005) 25: 205\u2013210)<\/p>\n<p>Dennoch, einige Studien auf Zellebene scheinen zumindest eine Wirkung zu best\u00e4tigen: Es tut sich etwas im K\u00f6rper wie z.B. der Anstieg von TGF-B1 bei Morbus Bechterew Patienten. \u201eDas Zytokin TGF-B1 k\u00f6nnte auf Grund seiner antiinflammatorischen (entz\u00fcndungshemmend, Anmk.) Eigenschaften auf den Heilungsprozess einwirken und somit zu einer Besserung der Schmerzen und der Mobilit\u00e4t der Patienten beitragen\u201c, so Shehata. (Shehata M, Wien Klin Wochenschr (2006) 118\/9\u201310: 266\u2013272).  <\/p>\n<p>Wannenbad mit EnteMoorpackung mit Ente<\/p>\n<p>Die Suche geht weiter und die Ente kommt ins Spiel<br \/>\nDer Unterschied zu entradonisiertem Wasser muss doch zu finden sein, \u00fcberlegten wir auch am n\u00e4chsten Tag. Aber wie gehen wir es an. Ein Telefonat mit daheim (@zieselbaer) brachte den entscheidenden Einfall: Irgendwas mit Auftrieb vielleicht? M\u00fcsste doch nachzuweisen sein. Mit einer Badeente. Auf Twitter wird mein Ansatz jedenfalls geb\u00fchrend unterst\u00fctzt. @musicmat_at schickt mir virtuell seine Badeenten als ich fr\u00fchmorgens ins Wannenbad steige.<\/p>\n<p>@murmelmi: @zieselbaer gumo \ud83d\ude42 frisch moorgepackt, bei dem Wetter sehr angenehm, jetzt Radonbaden (noch ohne Ente \ud83d\ude09 #kurtweet<\/p>\n<p>@MurmelMi @zieselbaer bitte nimm dir was du brauchst #ente pic.twitter.com\/5qTmKLBxng<\/p>\n<p>    \u2014 Mat O&#8217;Maly (@musicmat_AT) June 24, 2013<\/p>\n<p>Manchmal sind Touristenshops sogar zu etwas gut, auch wenn ich diese meist gro\u00dfr\u00e4umig \u00fcbersehe. Gesehen, gekauft und so muss die Gasteiner Ente \u00fcberall baden gehen wo es Wasser gibt. Ebenfalls in die Untersuchung mit eingeschlossen: Beobachtungen aller Art.<\/p>\n<p>@murmelmi: #missionente im Radonwannenbad httpss:\/\/t.co\/Qo7Ub3cZnn noch keine Trends erkennbar #kurtweets<\/p>\n<p>Die Ergebnisse unserer Beobachtungen: <\/p>\n<p>    Das nasse Badezeug hat eine seltsame Schwerkraft nach unten. H\u00e4ngt man es zum Trocknen auf sammelt sich das Wasser im unteren Bereich, st\u00e4rker als man es gew\u00f6hnt ist. <\/p>\n<p>    Der Auftrieb im Radontherapiebecken ist weniger stark als in der entradonisierten Therme. <\/p>\n<p>    Die Luftblasen die im Radonwasser entstehen bleiben an der Haut kleben, man kann sie fast nicht absch\u00fctteln, nur herumschieben. Dort sammelt sich also auch Radon an. <\/p>\n<p>    Die Ente als Messger\u00e4t hat eine zu geringe Messgenauigkeit. Wir konnten auf den Fotos leider keinen Unterschied im Auftrieb erkennen. Fotos gibt es vom Wannenbad, Radontrinkbrunnen am Platz und im Kurzentrum. Leider fehlt hier das Foto des entradonisierten Thermalwassers der Therme. Beobachtungen zeigten jedoch keinen Unterschied. <\/p>\n<p>    Entenbad Radonbrunnen Bad HofgasteinEnte im Radonbrunnen<\/p>\n<p>Entemanierung was?<br \/>\nFast schon unschlagbar skuril mutet allerdings meine f\u00fcr diesen Artikel recherchierte Messtechnik an:<br \/>\nEine Radonmessung in Wasser ist nur durch vorherige &#8211; man lese und staune &#8211; &#8222;Entemanierung&#8220; zu bewerkstelligen. Das ist eine kontrollierte \u00dcberf\u00fchrung des in Wasser gel\u00f6sten Radons in eine Messkammer mit anschlie\u00dfender Szintilationsmessung.  <\/p>\n<p>Enten nichts als Enten<br \/>\nDa die Ente durch ihre Messungenauigkeit ihre Daseinsberechtigung als Messger\u00e4t verloren hatte, gab es nur zwei M\u00f6glichkeiten: Wegwerfen, vergessen oder \u00fcberall hin mitnehmen. Letztere Idee gefiel sowohl meinen Tischnachbarn als auch einigen meiner Therapeuten und so wurde die Ente mein t\u00e4glicher Begleiter. Hier gleich das erste Suchbild mit Ente, direkt vorm Kurzentrum, ein perfekter Entenreisestart.<\/p>\n<p>Bad Hofgastein Kurzentrum<\/p>\n<p>Im Kurpark nebenan, stundenlanges Spazieren, sitzen, Lesen und eben Entenpl\u00e4tze finden und fotografieren.<\/p>\n<p>Sitzen mit EnteSchachente<\/p>\n<p>Was macht ein Amphietheater in Bad Hofgastein?<br \/>\nMeine Assoziation: Die Sommerakademie Zakynthos in \u00d6sterreich. \u00c4hnlichkeiten sind allerdings rein zuf\u00e4llig und subjektiv, oder auch nicht, jedenfalls, und das kommt in einer sp\u00e4teren Folge meiner Kurberichte, gibt es noch mehr \u00c4hnlichkeiten. Siehe &#8222;Anderswelten im Niemandsland&#8220;.<\/p>\n<p>alles Theater bitte aber mit Ente<\/p>\n<p>Im Kurpark tummeln sich jede Menge Enten, die meist relativ schnell die Flucht vor der Badeente ergreifen. Warum sie sich f\u00fcrchten und vor den vielen Besuchern nicht, das wird wohl immer ein R\u00e4tsel bleiben. Jedenfalls halten sie respektvoll Abstand&#8230;<\/p>\n<p>Ente mit Enten<\/p>\n<p>Nun, Landschaftsbilder mit Ente, das ist zumindest um einiges witziger als Landschaftsbilder ohne Ente. Doch so richtig enterisch wird es auf der n\u00e4chsten Entenfotoserie. Zu beobachten war allerdings, dass Passanten die gelbe Ente meist gar nicht wahrgenommen haben obwohl sie oft wirklich nicht zu \u00fcbersehen war. Aufmerksamkeitsdefizit?<\/p>\n<p>EntenschildEntenmarkt<\/p>\n<p>KurparkschildenteEntenhund<\/p>\n<p>Die Kunst darf in einer Kurort nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. Man kann dar\u00fcber streiten, sich wundern, oder einfach eine Ente draufsetzen. Spinnen haben jedenfalls auch Gefallen an Kunstwerken wie man hier sieht.<\/p>\n<p>Kunstente<\/p>\n<p>So schnell kanns gehen, durfte die Ente vorher noch schwimmen und der Wissenschaft dienen, so kr\u00f6nt sie jetzt das Kunstwerk im Radonbrunnen.<\/p>\n<p>Kopfente<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt, Fortsetzung folgt&#8230;..<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"httpss:\/\/www.wissit.net\/meblog\/index.php?\/archives\/152-Kur-entemanierungs-geschichten.html\" style=\"border:1px #FFFFFF none;\" name=\"murmelblog\" scrolling=\"auto\" frameborder=\"0\" align=aus marginheight=\"0px\" marginwidth=\"0px\" height=\"1000\" width=\"750\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist der erste Bericht \u00fcber meine Kur im Juni 2013 in Bad Hofgastein. So viele Geschichten, die in diesen drei Wochen so herumgelegen sind und erst noch das digitale Licht im Blogpost erblicken wollen m\u00fcssen erst geschrieben werden. 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