{"id":287,"date":"2005-05-17T17:59:13","date_gmt":"2005-05-17T15:59:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michi-endemann.at\/mep\/?p=287"},"modified":"2005-05-17T17:59:13","modified_gmt":"2005-05-17T15:59:13","slug":"biologie-vs-biologismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michi-endemann.at\/blog\/2005\/05\/17\/biologie-vs-biologismus\/","title":{"rendered":"Biologie vs Biologismus"},"content":{"rendered":"<p>Biologie vs Biologismus &#8211; Vortragsserie zum Beitrag der Lebenswissenschaften zu einem rationalen Weltbild &#8211; Wiener Urania 21. April 2005 May 17. 2005<\/p>\n<p>Die Referate spannen den Bogen von den Anf\u00e4ngen der Volksbildung bis heute &#8211; von der Zoologie \u00fcber Wissenschaftstheorie, Anthropologie bis zur Molekularbiologie. Die Geschichte der Biologie und die Wiener Volksbildung<br \/>\nIn der Einleitung umriss Ferdinand Starm\u00fchlner, Biologe, die Geschichte der biologischen Wissenschaft in Wien, die vorerst ohne philosophische Fragestellungen rein deskriptiv war. Erst mit Rupert Riedl wurde die Theoretische Biologie eingerichtet. Schon damals waren die Bem\u00fchungen da, biologisches Wissen der Bev\u00f6lkerung n\u00e4her zu bringen. Demonstrationen in der Zoologie waren relativ einfach, das Fernsehen zeigte erste Filme, als Beispiel sei hier die Serie von Otto K\u00f6nig genannt. Die Wiener Urania bem\u00fcht sich bis heute Wissenschaft popul\u00e4r zu machen. <\/p>\n<p>Die Rolle der Biologie als Ideologie<br \/>\nKarl Edlinger, Naturhistorisches Museum Wien, sprach \u00fcber den Trend in Metaphern zu sprechen, in Biologismen oder Physikalismen. Im 18. Jhdt. wurde die k\u00fcnstliche Ente in Form einer Maschine gebraucht um die Natur zu erkl\u00e4ren. Dies sei bis heute zum Beispiel in der Chemie und Physik so \u00fcblich. Er zitierte aus dem Brockhaus, der Biologismus als unterschiedliche philosophische Betrachtungsweise sieht, die ein realistisches Abbild der Natur liefern m\u00fcsse. Die Soziobiologie, heute ein eigenst\u00e4ndiger Wissensschaftszweig sei aus erkenntnistheoretischen, soziologisch &#8211; geschichtsphilosophischen und ethischen Str\u00f6mungen hervorgegangen. <\/p>\n<p>Biologie als Leitwissenschaft &#8211; ohne Biologismus<br \/>\nFranz Wuketits, Inst. f. Wissenschaftstheorie und -forschung &#8211; Universit\u00e4t Wien, konfrontierte das Publikum mit einem Zitat von Lorenz &#8222;Ich finde in der Natur Beispiele f\u00fcr und gegen Alles&#8220; und einer Aussage eines Prof. aus G\u00f6ttingen &#8222;Es steckt sehr viel Natur in unserer Moral aber keine Moral in der Natur&#8220;. Die Biologie wird oft als Leitwissenschaft des 21. Jahrhunderts angesehen. Seiner Meinung nach aufgrund ihrer &#8222;Bedeutung f\u00fcr unser Welt- und Sachverst\u00e4ndnis&#8220;. Als besonders zentral nannte er die Evolutionstheorie, die weitreichend auch Einfluss in philosophische Disziplinen der Erkenntnistheorie und Ethik hat. Hier wird seiner Meinung nach sehr oft zu unrecht der Biologismus-Vorwurf erhoben. <\/p>\n<p>Anthropologische Rassenkunde im Licht molekularbiologischer Erkenntnisse<br \/>\nHarald Wilfing referierte \u00fcber die Geschichte der Anthropologie im 19. Jahrhundert, bis hin zur negativsten Auslegung der &#8222;wissenschaftlich&#8220; untermauerten Rassenpolitik der Nationalsozialisten. Erst in neuester Zeit konnten durch molekularbiologische Forschung gezeigt werden, dass die historische Rassenkunde \u00fcberholt ist. Dazu ein treffendes Zitat von Luca Cavalli-Sforza, Humangenetiker, &#8222;Wir sind alle verschieden und doch gleich&#8220;. Zum Beispiel k\u00f6nnen zwei nach historischer Rassenkunde den Engl\u00e4ndern zugeordneten Menschen genetisch verschiedener sein als ein &#8222;Engl\u00e4nder&#8220; und ein &#8222;S\u00fcdamerikaner&#8220;. <\/p>\n<p>Vom Genotyp zum Ph\u00e4notyp<br \/>\nIvo Hochacker, Inst f Theoretische Chemie &#8211; Universit\u00e4t Wien, beschloss die Vortragserie mit aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Genomforschung. Die Sequenz alleine zu kennen erkl\u00e4rt noch nicht den Organismus. Auch wenn das menschliche Genom entschl\u00fcsselt ist, dh. die DNA-Sequenz bekannt ist, k\u00f6nne man nicht direkt auf das \u00c4u\u00dfere, dem Ph\u00e4notyp schlie\u00dfen. Auch wenn sehr viel Sequenz auf der DNA gar nicht f\u00fcr ein bestimmtes Protein kodiert, wei\u00df man noch lange nicht ob das wirklich &#8222;junk-DNA&#8220; also &#8222;Unsinn-DNA&#8220; ist. In einer Studie vom Januar 2005 zeigte sich, dass eben genau solche nichtkodierende Regionen auf der DNA f\u00fcr eine Zelldifferenzierung zust\u00e4ndig sein k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Quelle: Wiener Urania und Mitschrift<br \/>\nKlea<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biologie vs Biologismus &#8211; Vortragsserie zum Beitrag der Lebenswissenschaften zu einem rationalen Weltbild &#8211; Wiener Urania 21. April 2005 May 17. 2005 Die Referate spannen den Bogen von den Anf\u00e4ngen der Volksbildung bis heute &#8211; von der Zoologie \u00fcber Wissenschaftstheorie, Anthropologie bis zur Molekularbiologie. 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