{"id":325,"date":"2006-10-04T18:29:58","date_gmt":"2006-10-04T16:29:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michi-endemann.at\/mep\/?p=325"},"modified":"2006-10-04T18:29:58","modified_gmt":"2006-10-04T16:29:58","slug":"ueberlegungen-zur-integrierten-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michi-endemann.at\/blog\/2006\/10\/04\/ueberlegungen-zur-integrierten-kommunikation\/","title":{"rendered":"\u00dcberlegungen zur integrierten Kommunikation"},"content":{"rendered":"<p>Informations\u00fcberlastung, Kommunikationsvielfalt und individuelle Kommunikationsbed\u00fcrfnisse der<br \/>\neinzelnen Dialoggruppen eines Unternehmens f\u00fchren dazu, dass der klassische Wettbewerb immer<br \/>\nmehr durch einen Kommunikationswettbewerb ersetzt wird. Die integrierte Kommunikation (IK) hat<br \/>\ndas Potential, die Kommunikation im Unternehmen zu konzentrieren um in diesem Wettbewerb<br \/>\nbestehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more-->Marketing, PR und Corporate Identity erweiterten im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung<br \/>\nAnspr\u00fcche in Richtung der Gesamtkommunikation. Es entstanden vielf\u00e4ltige Theorien und Modelle<br \/>\nzur IK, mit jeweils unterschiedlichen Bezeichnungen, Herk\u00fcnften und Schwerpunkten (marketing-, CIoder<br \/>\nPR-zentriert, oder nach Ans\u00e4tzen: gesellschafts- oder organisationsbezogen, bzw.<br \/>\nmanagementorientiert).<\/p>\n<p>Einige Modelle versuchen Unter-\/bzw. \u00dcberordnung zu vermeiden (Bogner,<br \/>\nZerfa\u00df, Ahrens\/Behrent, &#8230;). Vielen Theorien fehlt allerdings der CI-Ansatz, die z.B. in der Theorie der<br \/>\n&#8222;Wiener Schule der vernetzten Kommunikation&#8220; (Bogner) miteinbezogen ist: Durch Integration soll<br \/>\nkein Kommunikationseinheitsbrei entstehen, sondern die gemeinsamen kommunikativen<br \/>\nBeziehungsmuster in den Mittelpunkt gestellt werden. Gemeinsamkeiten sollen vernetzt, die Branchen<br \/>\n&#8222;gleichwertig und gleichrangig&#8220; behandelt werden.<\/p>\n<p><b>Der infradisziplin\u00e4re Hintergrund<\/b><br \/>\n<i>&#8222;Integration ist die Wiederherstellung einer Einheit aus zuviel Differenziertem&#8220;<\/i><br \/>\nIm Unternehmensumfeld zielt integrierte Kommunikation darauf ab, interne und externe<br \/>\nKommunikation strategisch aufeinander abzustimmen und zu einer effizienten und konsistenten<br \/>\nGesamtkommunikation zusammenzuf\u00fchren. IK soll die Bereiche Marketing, PR und Corporate<br \/>\nIdentity in inhaltlicher, formaler, thematischer und zeitlicher Hinsicht vernetzen.<\/p>\n<p><b>Merkmale der IK<\/b><br \/>\nIn Anlehnung an die Wiener Schule von Bogner, dem betriebswirtschaftlichen Ansatz von Bruhn und<br \/>\ndem organisationsbezogenen Ansatz von Zerfa\u00df k\u00f6nnen folgende Merkmale f\u00fcr die Integrierte<br \/>\nKommunikation (IK) gefunden werden:<br \/>\n\u00b7 IK soll ein Managementprozess und Ziel der Unternehmenskommunikation sein<br \/>\n\u00b7 IK soll s\u00e4mtliche internen und externen Kommunikationsaktivit\u00e4ten umfassen<br \/>\n\u00b7 IK will eine Einheit schaffen, um die Effizienz der Kommunikation zu steigern.<br \/>\n\u00b7 IK soll sich aller Kommunikationsbranchen bedienen<\/p>\n<p><b>Formen der IK<\/b><br \/>\nDie inhaltliche Komponente soll strategischen Kernbotschaften und Schl\u00fcsselbilder planen.<\/p>\n<p>In der funktionalen Komponente sind z.B. Informations-, Profilierungs- bzw. Motivationsthemen, die dann<br \/>\nzielgerichtet mit den verschiedenen Kommunikationsmitteln umgesetzt werden. Die eingesetzten<br \/>\nMittel sind durch die instrumentelle Abstimmung vorher bestimmt worden. Hier gibt es klare, leicht<br \/>\nerkennbare \u00dcberschneidungen der Instrumente4 aus dem Bereich Marketing, PR und CI (siehe Wiener<br \/>\nSchule). Sie sind in der Praxis auch am besten und leichtesten umsetzbar.<\/p>\n<p>Die formale Komponente wird durch das Corporate Design entwickelt, das ein Teilbereich der Corporate Identity ist. Von Innen<br \/>\nund von Au\u00dfen kann diese Firma sofort erkannt und zugeordnet werden, egal ob sie ein Produkt<br \/>\nverkauft (Werbung) oder eine Imagekampagne (PR) l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Die dritte Komponente ist die Zeit. Hier geht es einerseits um zeitlich abgestimmte Kommunikationsma\u00dfnahmen (z.B. die PR-Abteilung erf\u00e4hrt erst aus dem Fernsehen vom eigenen neuen Produkt), andererseits um Gew\u00e4hrleistung einer<br \/>\nzeitlichen Kontinuit\u00e4t der Ma\u00dfnahmen (Imagebildung vor Produkteinf\u00fchrung).<\/p>\n<p>Alle drei Formen sollen vertikal und horizontal miteinander verkn\u00fcpft werden. Bei der vertikalen<br \/>\nKomponente geht es um die Abstimmung und Durchg\u00e4ngigkeit in Bezug zu den Zielgruppen (Kunden<br \/>\nk\u00f6nnten die h\u00e4rtesten Kritiker sein \u2013 Stromkunde ist gleichzeitig auch Umweltaktivist). Gibt es<br \/>\nWiderspr\u00fcche werden sie sofort von den \u00d6ffentlichkeiten erkannt, das Unternehmen verliert an Image<br \/>\nund Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p><b>&#8222;Unternehmen sind selbstreferenzielle soziale Systeme aus gemeinsamen Wissensbest\u00e4nden<br \/>\nund Kommunikationen&#8220;<\/b><br \/>\nSie sind hochkomplexe und dynamische Ph\u00e4nomene und befinden sich st\u00e4ndig in einem<br \/>\nKommunikationswettbewerb aber auch in ver\u00e4nderlichen Umfeldbedingungen. Ein konsistentes Bild<br \/>\ndes Unternehmens von Innen nach Au\u00dfen kann zur \u00dcberlebensfrage werden.<\/p>\n<p>Abstrakt kann man ein Unternehmen als eine eigenst\u00e4ndige Pers\u00f6nlichkeit wahrnehmen. Doch diese Pers\u00f6nlichkeit besteht<br \/>\nbei n\u00e4herem Hinsehen aus Einzelteilen. \u00c4hnlich einem Ameisenhaufen, der von Au\u00dfen als Ganzes<br \/>\ngesehen wird und nur durch die perfekt abgestimmten Aufgabenverteilungen der Mitglieder als Einheit<br \/>\nwirkt und funktioniert.<\/p>\n<p><b>Die Praxis und warum alles doch noch komplexer als die Theorie ist\u00a0<\/b><br \/>\nIntegration hat f\u00fcr viele den Beigeschmack einer Uniformit\u00e4t und einer Zentralisierung, die als eine<br \/>\nder Gefahren der IK zu sehen sind. Sie ergeben sich in einer monotonen Zielgruppenansprache und<br \/>\nmangelnden Flexibilit\u00e4t in der Einheit. Das liegt in der Natur der Sache: Systeme, ob biologische oder<br \/>\nsoziale, tendieren zu einem Klimaxzustand, neigen zur Stabilisierung des Gewohntem, die zwar in sich<br \/>\nfunktionieren aber dann nicht mehr produktiv sind. Die \u00fcbergreifende Zielsetzung der IK muss es<br \/>\ndaher auch sein, das System vital zu halten, d.h. auch Widerspr\u00fcche als positive &#8222;St\u00f6rfaktoren&#8220; mit<br \/>\ndem Ziel der Vitalit\u00e4t anzunehmen.<\/p>\n<p>Die Begrifflichkeit selbst ist, ob integriert, holistisch, 360-gr\u00e4dig, orchestriert oder vernetzt, nicht<br \/>\neinheitlich. \u00dcbergreifende allgemeine Definitionen und Bezugspunkte fehlen. W\u00e4hrend der eine bei<br \/>\n&#8222;Instrument&#8220; von Marketing oder PR spricht, meint der andere damit eine Ma\u00dfnahme, die Liste ist<br \/>\nbeliebig erweiterbar, Missverst\u00e4ndnisse unvermeidlich. Dementsprechend verwirrend und<br \/>\nwiderspr\u00fcchlich wird integrierte Kommunikation auch diskutiert und vielfach in das &#8222;Theorieeck&#8220;<br \/>\ngeschoben, das praktisch nicht umsetzbar ist7.<br \/>\nGr\u00fcnde f\u00fcr die Nicht-Umsetzung solcher Theorien sind auch die eigenen Schranken, Denkweisen und<br \/>\nZiele der jeweiligen Branchen. Die Kultur einer Marketingabteilung unterscheidet sich z.B. von der<br \/>\nder Personalabteilung oder der Produktionsabteilung \u2013 es entstehen Abteilungsegoismen. In Folge<br \/>\nkann es dazu kommen, dass die Verpackung nicht zur Werbung passt. Hier kann durch verbesserte<br \/>\nKooperation und Koordination (inhaltlich, formal und zeitlich) effizienter gearbeitet werden und dem<br \/>\nZiel der integrierte Kommunikation n\u00e4her ger\u00fcckt werden, auch in wirtschaftlicher Sicht durch<br \/>\nEffizienz und Kostenersparnis. Wenn man erkennt, dass wir &#8222;der Tatsache nicht ausweichen k\u00f6nnen,<br \/>\ndass jede einzelne Handlung, die wir tun, ihre Auswirkung auf das Ganze hat&#8220;, ist schon viel<br \/>\ngewonnen.<\/p>\n<p><b>Literatur &amp; Quellen<\/b><br \/>\nPR+plus Studienbrief 9<br \/>\nManfred Bruhn, 2006<br \/>\ngwa-Studie zur Integrierten Kommunikation<br \/>\nwww.wirz.ch\/page909.aspx<\/p>\n<p>www.geosities.com\/wallStreet\/8925\/integcom.htm?20062<br \/>\nwikipedia<br \/>\nwww.base.ch<br \/>\nGustav Bergmann, Systemisches Kommunikationsmanagement 2003<br \/>\nAlbert Einstein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Informations\u00fcberlastung, Kommunikationsvielfalt und individuelle Kommunikationsbed\u00fcrfnisse der einzelnen Dialoggruppen eines Unternehmens f\u00fchren dazu, dass der klassische Wettbewerb immer mehr durch einen Kommunikationswettbewerb ersetzt wird. 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