{"id":800,"date":"2026-04-09T18:35:52","date_gmt":"2026-04-09T16:35:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michi-endemann.at\/blog\/?p=800"},"modified":"2026-04-09T18:35:52","modified_gmt":"2026-04-09T16:35:52","slug":"haben-wir-wirklich-alles-im-griff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michi-endemann.at\/blog\/2026\/04\/09\/haben-wir-wirklich-alles-im-griff\/","title":{"rendered":"Haben wir wirklich alles im Griff?"},"content":{"rendered":"\n<p>Irgendwo klingelt ein Wecker. M\u00fcde erhebt sich ein K\u00f6rper aus dem Bett, schwankt ins Badezimmer und in die K\u00fcche. Wo war da nochmal der Kaffee? Ach ja, hier. Die Dose aufmachend, Kaffee versch\u00fcttend, Filter suchend, wird das scheinbar einfache Ritual zur morgendlichen Herausforderung. Wasser! Ja, Wasser wird auch noch ben\u00f6tigt. Jedenfalls stecken die T\u00fccken im Detail. Sechs Varianten sind bisher bekannt:<\/p>\n\n\n\n<p>Variante 1: Kaffee ohne Kaffee &#8211; etwas fad, nur hei\u00dfes Wasser.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Variante 2: Kaffee ohne Filter ist ein t\u00fcrkischer Kaffee in der Fr\u00fch. Ergebnis: Putzmunter mit \u201cSand\u201d zwischen den Z\u00e4hnen. Wenig ausgehtauglich. Zur\u00fcck zum Start: Z\u00e4hneputzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Variante 3: Kaffee ohne Wasser. Die Kaffeemaschine streikt, die Sicherung f\u00e4llt, das Licht geht aus, die Tasse bleibt trocken. Dar\u00fcber kann man nichtmal mehr diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Variante 4: Kaffee ohne Kanne. Die Sauerei schlechthin. Gut, dass Kaffee per se nicht gezuckert ist, sonst w\u00fcrds zus\u00e4tzlich noch kleben. K\u00fcchenputzung ist angesagt. Die gute Laune, wenn es die in der Fr\u00fch schon gab, sowieso dahin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Variante 5: Kaffee ohne Strom. Langsam und bed\u00e4chtig rinnt der Kaffe doch durchs Filter, aber vorsichtig, nur ja nichts versch\u00fctten, sonst landet man bei Variante 4. Dem Menschen keimt die Erkenntnis: Nicht alles ist verloren, wenn die Bequemlichkeit verschwindet.&nbsp;Es dauert halt etwas l\u00e4nger.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Variante 6: Wasser, Kaffee, Filter, Kanne, Strom \u2013 alles ist vorhanden, alles funktioniert. Der Kaffee gelingt und ist warm und aromatisch. Ein seltener Moment vollkommener Harmonie und Zufriedenheit, der zum denken anregt.<\/p>\n\n\n\n<p>Waren es diese Irritationen, die zu der Erfindung der Kapselmaschine gef\u00fchrt haben? Bequemlichkeit, Ausschalten jeglicher St\u00f6ranf\u00e4lligkeiten?&nbsp; Man k\u00f6nnte sich doch auch so eine Maschine zulegen. Oh wait\u2026 bei genauerer Betrachtung kommen auch in diesem Falle Variante&nbsp; 1,3,4 und 5 in Frage.. Also doch nicht. Und erst recht der Umweltgedanke. Na den haben wir grad noch gebraucht. Dann lieber \u00fcber Gl\u00fcck nachdenken. Es kommt die Frage auf, ist es doch nur Gl\u00fcck, dass der Kaffee bei Variante 6 gelingt? Ist der perfekte Kaffee nur eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung, die uns glauben machen will, dass wir alles unter Kontrolle haben, wenn sogar ein Kaffee von einer \u00fcberraschend langen Liste an Vorraussetzungen abh\u00e4ngt? Haben wir wirklich alles im Griff, oder einfach meistens nur Gl\u00fcck?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Entstanden 2026 im Workshop Writer&#8217;s Tricks. <a href=\"https:\/\/www.michi-endemann.at\/blog\/2014\/03\/01\/kaffeezubereitung-mal-anders\/\" data-type=\"post\" data-id=\"319\">Grundlage war ein Blogbeitrag aus 2005<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwo klingelt ein Wecker. M\u00fcde erhebt sich ein K\u00f6rper aus dem Bett, schwankt ins Badezimmer und in die K\u00fcche. Wo war da nochmal der Kaffee? Ach ja, hier. 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